Israel

Ịs|ra|el ; -s [lat. Israel < griech. Israe̅̓l < hebr. Yiśrạ'el; Beiname des Erzvaters Jakob im A. T.]:
1. Staat in Vorderasien.
2. Volk der Juden im Alten Testament:
das Volk I.;
die Kinder Israel[s] (die Israeliten als Nachkommen des Erzvaters Jakob);
der Auszug der Kinder I. (scherzh.; der auffallende [demonstrative] Weggang einer [größeren] Gruppe).

* * *

I
Israel
 
Bereits der erste Zionistenkongress von 1897 hatte die »Schaffung einer gesicherten Heimstätte in Palästina« gefordert. Nachdem die britische Regierung mit der Balfour-Deklaration vom November 1917 ihre Unterstützung für die Errichtung jüdischer Siedlungen in Palästina bekannt gegeben hatte, setzte in den Zwanzigerjahren eine verstärkte Einwanderung ein; 1929 machten die Juden etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung Palästinas aus, das seit 1920/23 als Mandat des Völkerbundes von Großbritannien verwaltet wurde. Die Briten gingen dabei eine doppelte Verpflichtung ein, da sie auch die Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften schützen sollten.
 
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hatte Chaim Weizmann (1874-1952) die Forderung nach einer nationalen Heimat für die Juden aufgegriffen; er wurde 1929 Leiter der »Jewish Agency for Palestine«. Die jüdische Einwanderung, die sich nach dem Machtantritt des antisemitischen Hitler-Regimes in Deutschland erheblich verstärkte, stieß bald auf das Misstrauen der arabischen Bevölkerung, die befürchtete, die Juden könnten einen eigenen Staat errichten. In den Dreißigerjahren übernahm David Ben Gurion (1886-1973) die Führungsrolle der zionistischen Bewegung.
 
Nachdem ein arabischer Aufstand unter Führung des Muftis von Jerusalem, Muhammad Amin Al Husaini (1895-1974), gescheitert war, begannen die Briten 1939, die jüdische Einwanderung stark einzuschränken. Das »Weißbuch über Palästina« sah lediglich eine Quote von 75000 Menschen für die nächsten fünf Jahre vor. Die Briten machten den Arabern Zugeständnisse, um sie während des Zweiten Weltkriegs nicht in das Lager der Achsenmächte zu treiben, eine Annäherung, die der seit 1937 im Exil lebende Mufti favorisierte. In der Biltmore-Resolution von New York drängten die Zionisten 1942 darauf, angesichts des nationalsozialistischen Völkermordes in Europa Palästina zu einem »Jewish Commonwealth« zu erklären, um den verfolgten Juden einen Zufluchtsort zu bieten. Zionistische Extremisten ermordeten am 6. November 1944 den britischen Orientminister Lord Moyne in Kairo, da sie davon überzeugt waren, die Briten hätten die Sache der Zionisten verraten.
 
Die restriktive Einwanderungspolitik wurde nach 1945 zunächst fortgesetzt. Jüdische Widerstandsorganisationen wie die »Hagana« (»Verteidigung«) und die »Irgun Zwai Leumi« (»Nationale Militärorganisation«) unterstützten die illegale Einwanderung. Als der Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg feststand, waren sie bereits zum bewaffneten Kampf gegen die Briten übergegangen. Im Juni 1945 forderte die Jewish Agency die sofortige Einwanderung von 100000 jüdischen Flüchtlingen aus Europa und wurde dabei von Präsident Truman unterstützt. Die neu gegründete Arabische Liga machte sofort ihre Empörung deutlich.
 
Bereits 1937 hatte es einen britischen Teilungsvorschlag für Palästina gegeben. Der UN-Teilungsplan vom 29. November 1947 war letztlich das Ergebnis der Unentschiedenheit der Briten, die das Palästinaproblem im April 1947 den Vereinten Nationen übergeben hatten. Am 14. Mai 1948, kurz nachdem die letzten britischen Truppen das Land verlassen hatten, rief Ben Gurion den neuen Staat Israel aus. Er wurde der erste Ministerpräsident. Die diplomatische Anerkennung durch die USA und die Sowjetunion erfolgte sofort. Nur etwas mehr als die Hälfte des ehemaligen Mandatsgebietes war nun israelisches Staatsgebiet. Erster Staatspräsident wurde Weizmann. Am Tag, als das britische Mandat offiziell erlosch (15. Mai 1948), widersetzten sich die arabischen Nachbarstaaten und die arabischen Palästinenser offen der Teilung und griffen den neuen Staat an. Der Palästinakonflikt war fortan ein Konflikt zwischen arabischem Nationalismus und politischem Zionismus; er war geprägt vom unvereinbaren Anspruch auf dasselbe Territorium.
II
Ịsrael,
 
hebräisch Jisraẹl, in der Bibel nach dem zweiten Namen des Erzvaters Jakob (1. Mose 35,9-13) Bezeichnung für die Gesamtheit der im Gebiet westlich und östlich des Jordans sesshaft gewordenen Stämme (Ruben, Simeon, Levi, Juda, Dan, Naphtali, Gad, Aser, Issakar, Zabulon, Joseph, Benjamin) und bis zur Teilung des Reiches der Name für das gesamte Volk; da Juda jedoch anscheinend erst spät zum Stämmeverband gestoßen ist, kann Israel auch allein die Nordstämme meinen. Die älteste Erwähnung findet sich auf der Siegesstele des Pharao Merenptah (1224-1214). Von seiner Gründung bis zum Untergang heißt dann der Nordstaat »Israel«, im Unterschied zum Südreich Juda. - Die israelitischen Stämme sind im 13. Jahrhundert v. Chr. im Zuge des Weidewechsels aus den östlichen und südlichen Wüsten in die westjordanischen Gebirge und das Ostjordanland eingedrungen und dort sesshaft geworden. Ihre Vorgeschichte ist unbekannt, die Überlieferung von den Erzvätern spiegelt aber noch die Lebensweise der Kleinvieh züchtenden Halbnomaden wider. Auch nach der Landnahme waren die einzelnen Stämme weitgehend selbstständig, konnten sich aber im Kriegsfalle zu gemeinsamen Aktionen zusammenschließen (Buch der Richter 4). Dagegen ist der Zusammenschluss der Stämme zu einem sakralen Stämmebund um ein Zentralheiligtum aus den Quellen nicht zu belegen. Gemeinsam war allen Stämmen der Glaube an den einen Gott Jahwe, dem Israel Rettung und Erhaltung verdankt. - Der politische Zusammenschluss der Stämme erfolgte erst mit der Errichtung des Königtums durch Saul. Die wohl als Reaktion auf den Druck der Philister erfolgte Staatsbildung zog schwerwiegende Folgen für die Wirtschafts- und Sozialstruktur nach sich: außer Heeresfolge und Dienstleistungen verlangte die königliche Zentralgewalt v. a. Steuern in Form von Naturalabgaben. - Nach Ablösung der Herrschaft des Hauses Saul machte David aus Israel ein Großreich, das außer den Stammesgebieten auch die Territorien der kanaanäischen Stadtstaaten umfasste und dem die Nachbarvölker tributpflichtig waren. Die zwischen Israel und Juda bestehenden Gegensätze führten 926 nach dem Tod Salomos zur Spaltung des Reiches: Die Nordstämme machten Jerobeam I. zum König über Israel, die Herrschaft des Salomosohnes Rehabeam blieb auf das Südreich beschränkt. Das Verhältnis Israels zu Juda erfuhr erst unter Omri einen Ausgleich. Zur Ausschaltung Jerusalems erhob Jerobeam I. die Tempel in Bethel und Dan zu Reichsheiligtümern des Nordreiches. Das Königtum in Israel erreichte nie die Stabilität der davidischen Dynastie, da v. a. in den letzten Jahrzehnten des Bestehens immer neue Usurpatoren Thron und Amt durch Beseitigung des regierenden Herrschers an sich rissen. Die Hauptstadt des Reiches wurde von Sichem nach Penuel und von dort nach Tirza verlegt, bis Omri Samaria als Residenz gründete und ausbaute. Aufgrund seiner Lage und Orientierung war Israel stärker den Einflüssen der Nachbarstaaten ausgesetzt als Juda; gegen die Kanaanisierung des Kultes kämpften v. a. die Propheten Elias und Elisa. - Die Beteiligung an den antiassyrischen Koalitionen der syrischen Kleinstaaten führte zur Zerstörung Israels durch Tiglatpileser III. und Salmanassar V. Samaria wurde 722 nach dreijähriger Belagerung erobert. Der Restbestand Israels wurde zur assyrischen Provinz Samaria, nachdem bereits 732 große Teile des Staates als Provinzen dem assyrischen Weltreich eingegliedert worden waren. Die Bevölkerung wurde größtenteils deportiert, fremde Völkerschaften wurden auf dem einstigen Staatsgebiet angesiedelt.
 
 
H. Seebass: Der Erzvater I. u. die Einf. der Jahweverehrung in Kanaan (1966);
 R. Smend: Jahwekrieg u. Stämmebund (21966);
 H. Donner: Herrschergestalten in I. (1970);
 E. L. Ehrlich: Gesch. I.s. Von den Anfängen bis zur Zerstörung des Tempels (70 n. Chr.) (21980);
 S. Herrmann: Gesch. I.s in alttestamentl. Zeit (21980);
 A. H. Gunneweg: Gesch. I.s bis Bar Kochba (51984);
 U. Rüterswörden: Die Beamten der israelit. Königszeit (1985);
 M. Noth: Gesch. I.s (101986);
 W. Dietrich: David, Saul u. die Propheten (1987);
 V. Fritz: Die Entstehung I.s im 12. u. 11. Jh. v. Chr. (1996);
 N. P. Lemche: Die Vorgesch. I.s Von den Anfängen bis zum Ausgang des 13. Jh. v. Chr. (1996).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
Israel: Nächstes Jahr in Jerusalem!
 
Israel und Juda: Antike Kleinstaaten
 
David und Salomo: Von der Stämmegesellschaft zum Königtum
 
»Gesetz«, »Propheten«, »Schriften«: Die Bücher des Alten Testaments
 
israelitische Dorfkultur: Hirten und Bauern schließen sich zusammen
 
Israel unter dem Druck fremder Mächte
 
Jahwe
 
Juda und Israel: Eine monumentale Stadtkultur
 
Juden und Christen: Das Alte Testament und die christliche Kirche
 
Tempel Salomos
 
III
Ịsra|el,
 
 
 
Fläche: 22 145 km2
 
Einwohner: (2000) 6,1 Mio.
 
Hauptstadt: Jerusalem
 
Amtssprachen: Hebräisch und Arabisch
 
Nationalfeiertag: Ijär 5 (zwischen Mitte April und Mitte Mai)
 
Währung: 1 Neuer Schekel (NIS) = 100 Agorot
 
Zeitzone: OEZ (1300 Tel Aviv-Jaffa = 1200 MEZ)
 
amtlich hebräisch Medinạt Jisraẹl, deutsch Staat Israel, Staat in Vorderasien, an der Südostküste des Mittelmeeres, mit 22 145 km2 halb so groß wie die Schweiz, (2000) 6,1 Mio. Einwohner (innerhalb der Grenzen von vor 1967, einschließlich der Einwohner Ost-Jerusalems). Israel hält noch das Westjordanland (seit 1995 Autonomieabkommen), den Gazastreifen (seit 1994 palästinensische Teilautonomie) und Teile der Golanhöhen besetzt. Hauptstadt ist Jerusalem, Amtssprachen sind Hebräisch und Arabisch. Währungseinheit: 1 Neuer Schekel (NIS) = 100 Agorot. Zeitzone: OEZ (1300 Tel Aviv-Jaffa = 1200 MEZ).
 
 Staat und Recht:
 
 
Israel ist eine parlamentarische Republik; eine geschriebene Verfassung existiert nicht, sondern nur einzelne grundlegende Gesetze, die einmal Bestandteil einer künftigen Verfassung sein sollen. Staatsoberhaupt ist der im Wesentlichen mit repräsentativen Aufgaben betraute Staatspräsident, der vom Parlament auf fünf Jahre gewählt wird (einmalige Wiederwahl möglich). Die Legislative liegt beim Einkammerparlament (Knesset), dessen 120 Abgeordnete für vier Jahre aus allgemeinen Wahlen (Verhältniswahlsystem) hervorgehen. Das aktive Wahlrecht beginnt mit dem 18., das passive mit dem 21. Lebensjahr. Nicht ins Parlament wählbar sind der Staatspräsident und bestimmte Personen, besonders Richter. Exekutivorgan ist die dem Parlament verantwortliche Regierung unter Vorsitz des Ministerpräsidenten, der nach der Wahlrechtsreform vom 18. 3. 1992 in den Jahren 1996 und 1999 direkt gewählt wurde. 2001 wurde die Direktwahl des Premiers wieder abgeschafft und das konstruktive Misstrauensvotum eingeführt. Bis 1999 konnten nur Mitglieder der Knesset für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren, ein Gesetz vom 19. 12. 2000 (Lex Netanjahu) erlaubt nun allen Bürgern die Kandidatur. Ein von der Knesset für fünf Jahre gewählter Ombudsmann kontrolliert die Arbeit der Regierung sowie anderer Behörden und Institutionen.
 
Parteien:
 
Das Parteiensystem in Israel ist traditionell sehr stark aufgefächert und von häufigen Spaltungen, Fusionen und Blockbildungen geprägt. Hinzu kommt, dass der Bestand von Koalitionen durch die geringe Bindung der Abgeordneten an die Parteien, über die sie in die Knesset eingezogen sind, erschwert wird. Stärkste Partei im linken Parteienspektrum ist die »Israelische Arbeitspartei« (gegründet 1968; seit 1992 »Avoda«; derzeit im Wahlbündnis »Ein Israel«, zusammen mit Maimad [»Ein jüdischer Staat, ein demokratischer Staat«, gegründet 1992]). Einflussreichste konservativ-national orientierte Kraft ist der Likud (gegründet 1973), stärkste religiöse Partei die orthodoxe »Schas« (hebräische Abkürzung für Vereinigung der sephardischen Thora-Wächter; gegründet 1984). Weitere einflussreiche Parteien und Bündnisse sind: die linksliberale Einheitsliste »Meretz« (»Vitalität«, gegründet 1992 als Drei-Parteien-Allianz), die von Einwanderern aus der GUS gegründeten Parteien »Israel Ba-Alija« (gegründet 1995; linksliberal) und »Israel Beteinu« (gegründet 1999), die marktwirtschaftlich und laizistisch orientierte Zentrumsbewegung »Schinui« (gegründet 1974), die ultraorthodoxe Partei »Vereinigtes Thora-Judentum« (gegründet 1992 als Vier-Parteien-Allianz), die im Lager des religiösen Zionismus verwurzelte »Nationalreligiöse Partei« (gegründet 1956, hervorgegangen aus der Bewegung Mizrachi), die politisch links orientierte »Vereinigte Arabische Liste« (gegründet 1983), die um Ausgleich zwischen den politischen und religiösen Lagern bemühte »Zentrumspartei« (gegründet 1999), die Partei »Hadasch« (gegründet 1965 als kommunistisches Wahlbündnis), das rechtsgerichtete nationalistische Dreiparteienbündnis »Nationale Union« (gegründet 1999) und die arabische »Nationale Demokratische Allianz«.
 
 
Die dominierende Arbeitnehmerorganisation Histadrut wurde 1920 in Haifa gegründet; heutiger Sitz: Tel Aviv-Jaffa. Schon in ihren Anfangsjahren entfaltete sie breit angelegte wirtschaftliche und soziale Aktivitäten, indem sie z. B. als Arbeitsvermittler für Einwanderer tätig wurde. Die 1921-35 von D. Ben Gurion geleitete Histadrut spielte in der Besiedlung Palästinas und beim Aufbau der israelischen Wirtschaft und des Schulsystems eine große Rolle. Organisatorisch ist die Histadrut ein Zusammenschluss von Einzelmitgliedern, die automatisch der entsprechenden Berufsgruppe zugeordnet werden. In der Histadrut, der (1999) 42 nationale Arbeitnehmerverbände angegliedert sind, sind rd. 85 % der israelischen Erwerbstätigen organisiert.
 
Inhaltliches Leitbild der Histadrut ist die »Gesellschaft der Arbeitenden« (»Chevrat Ordim«) mit den drei Grundprinzipien: sozialistische Wirtschaft unter Arbeiterkontrolle, Politik der Selbstversorgung und Identifikation von Management und Arbeiter. Neben traditionellen gewerkschaftlichen Aufgaben erstreckt sich die Tätigkeit auf folgende Bereiche: 1) gegenseitige Hilfe im Krankenkassen- und Pensionswesen: Mit der »Kupat Holim« verfügt die Histadrut über die größte Krankenversicherung und betreibt Kliniken und Erholungsheime; 2) (gemein-)wirtschaftliche Betätigung: Zur Histadrut gehören die Bank »Hapoalim« mit zahlreichen Filialen und Vertretungen in wichtigen internationalen Finanzzentren, sowie zahlreiche Industrie- und Bauunternehmen. Daneben verfügt sie über Beteiligungen an Versicherungsgesellschaften, Kaufhäusern und Verlagen. Im Verkehrsbereich haben die Autobusgenossenschaften »Egged« und »Dan« im Straßentransport eine monopolartige Stellung; zur Histadrut gehören ferner eine Schifffahrtsgesellschaft und eine Binnenfluglinie; 3) landwirtschaftliche Genossenschaften: Die meisten Kibbuzim und Moshavim sind der Histadrut angeschlossen.
 
 
Das Wappen (seit 1949) zeigt auf blauem Grund eine weiße Menora zwischen zwei Olivenzweigen, darunter der Landesname in hebräischer Schrift. - Staatsflagge ist die Zionistenflagge, die in der Mitte den blauen Davidstern führt.
 
Nationalfeiertage:
 
Nationalfeiertag ist der Ijär 5 (zwischen Mitte April und Mitte Mai, jährlich wechselnd).
 
 
Das Land ist in sechs Distrikte gegliedert. Wahlen zu den örtlichen Gebietskörperschaften finden zusammen mit den Wahlen zur Knesset statt. Es gibt 31 kreisfreie Gemeinden (einschließlich zweier arabischer Städte), 115 örtliche Räte und 49 Regionalräte (einschließlich eines arabischen).
 
 
Die bis 1948 unter britischer Mandatsträgerschaft erlassenen gesetzlichen Bestimmungen wurden weitgehend durch spätere Kodifikationen geändert. Im Allgemeinen folgt das neue israelische Recht angloamerikanischem Muster. Das Gerichtswesen besteht aus einem Geflecht staatlicher und religiöser Gerichte. Oberste Instanz ist der Oberste Gerichtshof, dem Distrikts- und Magistratsgerichte nachgeordnet sind. Ferner gibt es Arbeitsgerichte. Die religiösen Gerichte sind solche der anerkannten religiösen Gemeinschaften. Das jüdische Rabinatsgericht besitzt die ausschließliche Zuständigkeit für Ehe- und Ehescheidungssachen. Entsprechende Zuständigkeiten für die in Israel lebenden Angehörigen ihrer Konfessionen haben die religiösen Gerichte der Muslime, der Christen und der Drusen.
 
 
Die Gesamtstärke der Wehrpflichtarmee (»Israel Defense Forces«, auch »Zahal« genannt) beträgt 167 000 Soldaten. Der Grundwehrdienst dauert bei Männern drei Jahre, bei Frauen 19 Monate. Frauen werden jedoch nicht in Kampfeinheiten eingesetzt. Hinzu kommen 31-38 Reservediensttage pro Jahr, bei Männern bis zum Alter von 42, bei unverheirateten Frauen bis 38 Jahren. Im Mobilmachungsfall erhöht sich die Truppenstärke binnen 24 (Kampftruppen) beziehungsweise 48 Stunden (Kampfunterstützungs- und Logistiktruppen) um 370 000 Personen. An paramilitärischen Kräften stehen rd. 4 500 Mann der Grenz- und Küstenwache zur Verfügung.
 
Die im Vergleich zu anderen Staaten lange Dauer der Wehrpflicht erklärt sich nicht nur aus dem über die fünfzig Jahre der Existenz Israels nahezu unveränderten Bedrohtheitsgefühl dieses Staates und der daher für notwendig gehaltenen ständigen Abwehrbereitschaft, sondern auch aus der Zielsetzung, die in einem großen Maße aus Immigranten bestehende israelische Gesellschaft nach dem Motto »A Nation Builds an Army Which Buidls a Nation« (so der Wahlspruch des »Chief Education and Youth Officer's Headquarters« in Akko) zu einen. Allerdings unterliegen die arabischen Israelis sowie die in Thoraschulen eingeschrieben jüdischen Israelis (Jeshivot-Studenten) nicht der Wehrpflicht, was bei einem steigenden arabischen Bevölkerungsanteil von annähernd 20 Prozent und einer wachsenden Popularität der Jeshivot-Schulen die Integration zunehmend erschwert.
 
Das Heer (rd. 133 000 Mann) ist gegliedert in drei Panzer- und eine luftbewegliche Division, fünf mechanisierte Infanteriebrigaden, eine Fallschirmjägerbrigade und zehn Territorialbrigaden; ein Teil der Verbände besitzt im Frieden nur Kaderstärke. Im Kriegsfall werden zusätzlich neun Panzer- und acht mechanisierte Divisionen sowie je eine luftbewegliche und Artilleriedivision mobil gemacht. Die Luftwaffe hat etwa 27 000, die Marine rd. 7 000 Soldaten. Die Ausrüstung an Großgerät umfasst etwa 3 300 Kampfpanzer, etwa 750 Kampfflugzeuge sowie zwei Fregatten, drei U-Boote und 55 Kleine Kampfschiffe.
 
Israel gehört zwar nicht zu den im Kernwaffensperrvertrag anerkannten Atommächten, besitzt aber seit Mitte der 1960er-Jahre Atomwaffen. Schätzungen über die Anzahl der nuklearen Sprengköpfe schwanken zwischen 20 und mehreren Hundert. - Etwa 16 % der Staatsausgaben werden für die Verteidigung verwendet. Zusätzlich erhält Israel eine US-Militärhilfe für Forschung und Beschaffung von rd. 1,8 Mrd. US-$ jährlich.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Israel liegt im Übergangsraum vom mediterran-winterfeuchten Gebiet zu den ganzjährig trockenen vorderasiatischen Wüstenlandschaften. Der Süden des Landes (südlich von Beerscheba) wird vom ariden Negev eingenommen. Im Norden reihen sich von Westen nach Osten drei Landschaftsräume aneinander: Küstenebene, Bergland, Jordangraben. Die Küstenebene, deren zentralen Abschnitt die fruchtbare Sharon bildet (südlich vom Karmel, bis etwa 40 km breit), setzt sich im Hinterland der Bucht von Haifa (einzige des Landes) nach Südosten in der Ebene Jesreel fort. Südlich von Tel Aviv-Jaffa schließt sich nach Osten ein tertiäres Hügelland, die Shefela, an, die zum Bergland überleitet. Das Bergland gliedert sich von Süden nach Norden in das judäische, das samaritische und das - nördlich der Ebene Jesreel - galiläische Bergland. Zum eigentlichen Staatsgebiet Israels gehört allerdings nur das Hochland von Galiläa mit dem höchsten Berg Hare Meron (1 208 m über dem Meeresspiegel) sowie der Korridor von Tel Aviv-Jaffa zum hoch gelegenen Jerusalem. Das Bergland fällt im Osten steil zum Jordangraben (mit Totem Meer und, im Süden, Wadi al-Araba) ab, der fast in seiner ganzen Länge unter dem Meeresspiegel liegt.
 
 
Israel hat mediterranes Klima, ist also ein Winterregengebiet. Jedoch sind der Negev und große Teile der Grabenzone ausgesprochene Trockenräume mit Jahresniederschlägen unter 250 mm; sonst fallen 500 mm (an der Küste) bis 900 mm (im Bergland) Niederschlag jährlich; das nördliche Jordantal erhält 400 mm im Jahr. Die winterlichen Durchschnittstemperaturen liegen bei 12-13 ºC an der Küste (sie ist stets frostfrei) und 7-9 ºC im Bergland; die sommerlichen Werte liegen bei 22 ºC im Bergland, bei 24-26 ºC in der Küstenebene und bei 28-34 ºC im Jordantal; im späten Frühjahr steigt die Temperatur durch heiße Wüstenwinde auf über 45 ºC an.
 
 
Am meisten sind mediterrane Pflanzengemeinschaften vertreten. Um Beerscheba tritt eine niedrige Buschvegetation mit Zwergsträuchern (u. a. Wermut) auf. Im Negev und im südlichen Jordangraben herrscht Wüstenvegetation. Eine eigenständige und sehr artenreiche Vegetationsgemeinschaft kennzeichnet die wärme- und süßwasserreiche Hulaebene. Nennenswerten natürlichen Wald gibt es nur auf dem Karmel. Zur Klimaverbesserung und zur Anhebung des Grundwasserspiegels begann man nach der Staatsgründung mit umfangreichen Aufforstungen; die bewaldete Fläche vergrößerte sich von (1949) 5 000 ha auf etwa 116 000 ha.
 
 
Die Struktur der Bevölkerung hat sich seit Beginn der zionistischen Einwanderung in Palästina im Jahre 1882 wesentlich geändert. In der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg wanderten etwa 50 000-70 000 Juden nach Palästina ein. Zur Zeit des britischen Mandats (1919-48) waren es weitere 500 000 Juden, v. a. aus Mittel- und Osteuropa (Aschkenasim, Aschkenas). Alle vor der Staatsgründung eingewanderten Juden werden Vatiqim genannt, alle danach eingewanderten Olim. 1949 kamen noch 240 000 Einwanderer, 1950: 170 000, 1951: 175 000; der Anteil der Einwanderer aus den islamischen Ländern Afrikas und Asiens war stark angestiegen (Sephardim, Sefarad). 1980-88 lag die jährliche Einwandererzahl bei 15 000. Zwischen 1989 und 1993 wanderten wieder 754 000 Juden, insbesondere aus der UdSSR beziehungsweise späteren GUS ein.
 
Ein besonders schwieriges Problem des jüdischen Staates bilden die im Lande lebenden Araber, die v. a. im nördlichen Landesteil Galiläa konzentriert sind und deren Geburtenrate (1994: 36,1 ‰) bedeutend höher ist als die der jüdischen Bevölkerung (18,5 ‰). - Von den 40 000 in Israel lebenden Beduinen führen nur noch wenige ein reines Nomadenleben. Für die 30 000 Beduinen des Negev wurde die Stadt Rahat als Zentrum erbaut.
 
Besondere Siedlungstypen sind die kollektiven landwirtschaftlichen jüdischen Siedlungen: Kibbuz, Moshav, Moshav Shitufi und Moshava; es gab (1991) 270 Kibbuzim (mit 129 300 Einwohnern), 410 Moshavim (155 700 Einwohner) und 95 Moshava; der Moshav Shitufi ist selten (46; 10 600 Einwohner).
 
 
Die Unabhängigkeitserklärung von 1948 garantiert allen Religionsgemeinschaften die freie Ausübung ihrer Religion. Rd. 81,4 % der Bevölkerung sind Juden. Das religiöse Leben und der jüdische Charakter des Staates Israel sind nach einer Umfrage (1995) für 75 % der israelischen Juden wichtige Elemente ihrer Identität. In jüngster Zeit ist der Einfluss orthodoxer jüdischer Gruppen auf die Gesellschaft im Wachsen begriffen. Als oberstes Entscheidungsorgan in Fragen des jüdischen Kultus und Lebens besteht ein Oberrabbinat mit einem aschkenasischen und einem sefardischen Oberrabbiner. - Rd. 15,1 % der Bevölkerung sind Muslime (überwiegend Sunniten der schafiitischen Rechtsschule). Die rd. 2,1 % Christen haben ihr geistliches Zentrum in Jerusalem, das auch heilige Stadt der Juden und Muslime ist, und gehören der katholischen Kirche (lateinisches Patriarchat Jerusalem), der griechisch-orthodoxen Kirche (Patriarchat Jerusalem), acht weiteren orientalischen und unierten Ostkirchen, der anglikanischen Kirche (Provinzen Jerusalem und Mittlerer Osten) und verschiedenen protestantischen Kirchen und Gemeinschaften (u. a. Baptisten, Lutheraner, Reformierte) an. Weiterhin leben in Israel etwa 4 000 Judenchristen (»messianische Juden«), 12 000 Karäer und 90 000 Drusen. In Israel befinden sich das internationale Zentrum (Haifa) und die wichtigsten Heiligtümer (Haifa, Akko) der Bahai-Religion.
 
 
Das gesamte Schul- und Bildungssystem - seit 1953 vereinheitlicht - untersteht dem Ministerium für Erziehung und Kultur. Es besteht allgemeine Schulpflicht für alle Kinder vom 5. bis 14. Lebensjahr. Bis zum 18. Lebensjahr ist der Schulbesuch kostenlos. Die Grundschulen erfassen über 95 % aller schulpflichtigen jüdischen und etwa 90 % der arabischen Kinder. Etwa 65 % der Schüler besuchen Staatsschulen, die Übrigen religiöse beziehungsweise staatlich anerkannte Privatschulen. Für den arabischen Bevölkerungsteil sind darüber hinaus eigene Schulen vorhanden. Neuhebräisch (Iwrit) ist Unterrichtssprache an jüdischen Schulen (zum Teil mit Arabisch als Wahlfach), an arabischen Schulen Arabisch (mit Neuhebräisch als Pflichtfach vom 4. Schuljahr an). Die Analphabetenquote beträgt 5 %. Neben fünf Universitäten gibt es u. a. im Hochschulbereich die TH in Haifa und das Weizmann-Institut für Wissenschaftliche Forschung in Rehovot.
 
 
Presse: Es herrscht Meinungsfreiheit, die Militärberichterstattung untersteht jedoch der Zensur. In Tel Aviv-Jaffa erscheinen mit den höchsten Auflagen im Lande die konservative »Yedioth Aharonoth« und die rechtskonservative »Maariv«, ferner u. a. die unabhängige »Haaretz«, »Davar« (Histadrut-Organ), die linke »Al-Hamishmar« und die nationalreligiöse »Hatzofeh«. In Jerusalem und Tel Aviv-Jaffa kommen außerdem Wirtschaftszeitungen heraus, in Jerusalem darüber hinaus Tageszeitungen in arabischer Sprache und die englisch »The Jerusalem Post«. - Nachrichtenagenturen sind die genossenschatlichen »Itonut Israel Meugedet - ITIM« (gegründet 1950), Sitz: Tel Aviv-Jaffa, und das vom Verlag der »Jerusalem Post« betriebene Zweigbüro der amerikanischen »Jewish Telegraphic Agency - JTI/JTA« (gegründet 1923). - Rundfunk: Der staatlichen Rundfunkverwaltung Israel Broadcasting Authority (IBA), gegründet 1965, untersteht die Betriebsgesellschaft »Kol Israel« (gegründet 1936, seit 1948 heutiger Name), Sitz: Jerusalem, mit Studios in Tel Aviv-Jaffa und Haifa; sie verbreitet fünf Hörfunkprogramme in 16 Sprachen, ferner seit 1968 ein allgemeines Fernsehprogramm; außerdem existieren 30 Kabelkanäle. Das Instructional Television Centre des Erziehungs- und Kultusministeriums verbreitet seit 1966 täglich (außer samstags) ein Bildungs- und Schulfernsehprogramm. Auf dem privaten Rundfunksektor sendet »Voice of Peace«; die private Fernsehgesellschaft »Channel 2«, Jerusalem, sendet seit 1993. Die Rundfunkbetriebe der israelischen Streitkräfte, »Galei Zahal« (gegründet 1951, Sitz: Tel Aviv-Jaffa, Studio Jerusalem), verbreiten ein landesweites Hörfunkprogramm.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Trotz ungünstiger äußerer Bedingungen (Wüsten, Wassermangel, Rohstoffknappheit, Kriege) hat Israel eine moderne Industrie mit leistungsfähiger Landwirtschaft aufgebaut. Gemessen am durchschnittlichen jährlichen Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner von (1994) 14 410 US-$ liegt seine Wirtschaftskraft weit über derjenigen seiner nicht Erdöl exportierenden arabischen Nachbarländer. Der Wirtschaftsboykott der arabischen Staaten hat Israel dazu gezwungen, seine landwirtschaftliche und industrielle Produktion auf den Weltmarkt, d. h. nach Europa und den USA hin zu orientieren. Ohne massive militärische und wirtschaftliche Hilfe aus den USA wäre seine Wirtschaft jedoch nicht überlebensfähig. Israel hat rd. 40 Mrd. US-$ Auslandsschulden und damit weltweit die höchste Verschuldung je Einwohner. Israel erhält auch mit (1990) 700 US-$ mit Abstand die höchste öffentliche Entwicklungshilfe je Einwohner. Die durchschnittliche Inflationsrate im Zeitraum 1990-94 lag bei 12 % jährlich (1980-86: 182,9 %); die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) schwankt seit 1965 zwischen 2 % und 7 % jährlich.
 
 
Im Agrarsektor arbeiteten (1992) 3,1 % der Erwerbstätigen. Vorherrschende Betriebsformen jüdischer Kolonisten sind Kibbuzim und Moshavim. Nur rd. 25 % der Fläche sind für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung geeignet (327 000 ha Ackerland, 91 000 ha Dauerkulturen). 818 000 ha werden als Dauerwiesen und -weiden, 110 000 ha als Wald ausgewiesen. Der Anbau konzentriert sich auf die schmale, klimabegünstigte Küstenebene, die feuchteren nördlichen Landesteile und den Norden des Negev, wo mit der Anlage von Fernwasserleitungen Anbau möglich wurde. Insgesamt werden 72 % des Ackerlandes bewässert. Die Landwirtschaft verbraucht bis zu 85 % der verfügbaren Wassermenge, deren Hauptteil der See Genezareth liefert. Wichtigste landwirtschaftliche Produkte sind Weizen, Tomaten, Oliven und Baumwollsamen. Teilbereiche der Landwirtschaft sind stark exportorientiert (Zitrusfrüchte, Bananen, Avocados, Frühgemüse, Erdnüsse, Blumen). Den Eigenbedarf an Nahrungsmitteln kann die israelische Landwirtschaft - außer in Dürrejahren - zu 75 % decken. In der Viehwirtschaft sind in jüdischen Siedlungen Rinder und Geflügel vorherrschend, während bei den teilweise noch nomadisch lebenden Arabern Schafe und Ziegen dominieren.
 
 
Die Fischerei konzentriert sich auf den See Genezareth, die Küstengewässer und die Teichwirtschaft (Karpfen).
 
 
Neben Kalisalzen werden am Südende des Toten Meeres auch Brom- und Magnesiumsalze gewonnen. Israel produziert rd. 12-15 % der Welterzeugung an Pottasche (es wird zu 96 % exportiert) und ist der größte Exporteur von Brom und Bromderivaten. Phosphat (Fördermenge 1992: 2,4 Mio. t) wird im nördlichen Negev in der Region Arad abgebaut.
 
 
Israel ist in der Energieversorgung fast vollständig vom Ausland abhängig. Eine gewisse Verbreiterung der Basis wurde mit der Errichtung eines ersten Kohlekraftwerks (1 300 MW) erreicht. Der private Wärmeenergiebedarf wird zum Teil durch Nutzung der Sonnenenergie gedeckt.
 
 
Wichtige Industriezweige sind neben der Baustoffindustrie und der einheimischen Rohstoffe verwertenden chemischen Industrie die Metallverarbeitung, die auf importiertem Stahl fußt (u. a. Herstellung von Werkzeugmaschinen, Schiff- und Flugzeugbau), und die feinmechanische und Elektroindustrie (Waffen und Kriegsmaterial werden zum großen Teil im Lande hergestellt und auch exportiert). Ein besonders starkes Wachstum zeigt hierbei die Elektronikindustrie (Minicomputer, Fernmeldesysteme, Messinstrumente und medizinische Geräte). Von besonderer Bedeutung sind außerdem die rd. 650 Diamantenschleifereien, in denen 52 % aller Rohdiamanten der Erde geschliffen werden. Mit einem Anteil am Welthandel von 50 % ist Israel der größte Exporteur geschliffener Diamanten. Die Diamantenbörse von Ramat Gan ist einer der größten Diamantenhandelsplätze der Erde. In Ashdod und Haifa arbeiten zwei Erdölraffinerien. Ein weiterer Faktor sind die Industriebetriebe der Kibbuzim. Im produzierenden Gewerbe (einschließlich Bergbau, Energie- und Bauwirtschaft) erwirtschaften (1992) 29 % der Erwerbstätigen 32 % des BIP. Im Dienstleistungssektor sind 67 % der Erwerbstätigen beschäftigt.
 
 
Die Hauptanziehungspunkte für Touristen und Pilger sind die historisch biblischen Stätten, v. a. Jerusalem. Tel Aviv-Jaffa, Herzliyya und Natanya an der Mittelmeerküste, der See Genezareth sowie Elat am Roten Meer sind für Erholungssuchende attraktiv. Aber auch die Kibbuzim sind das Ziel vieler ausländischer Gäste. 1993 haben 1,7 Mio. Urlauber Israel besucht, v. a. aus den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
 
 
Die Handelsbilanz Israels ist seit Jahren negativ (Importwert 1992: 20,3 Mrd. US-$, Exportwert: 14,1 Mrd. US-$). An der Spitze der Importgüter stehen bearbeitete Waren (Edelsteine, Textilien, Eisen und Stahl), Maschinen, Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse. Bei den Ausfuhrwaren dominieren die gleichen Warengruppen und zusätzlich noch Zitrusfrüchte. Wichtigste Handelspartner sind die USA, gefolgt von der EU (v. a. Deutschland, Großbritannien, Belgien).
 
Verkehr:
 
Bis zum Friedensschluss mit Ägypten 1979 war Israel nur auf dem See- und Luftweg erreichbar. Während die Bedeutung der Eisenbahn (Streckennetz 1994: 526 km) in den letzten Jahren stark abgenommen hat, wurde das Straßennetz bis 1991 auf eine Streckenlänge von 13 351 km erweitert. Am dichtesten ist das Straßennetz in der Küstenebene. Gut ausgebaut sind die Wüstenstraßen von Beerscheba durch den Negev und von Arad durch das Wadi al-Araba nach Elat. Fast der gesamte Personenverkehr (zu 96 %) und ein Großteil des Güterverkehrs werden über die Straße abgewickelt. Das Eisenbahnnetz dient v. a. dem Transport von Massengütern. Von Elat führt über Helez (Erdölfeld) eine Rohölleitung zur Raffinerie in Haifa mit Anschlusspipeline nach Ashdod. Eine Erdgasleitung besteht von den Feldern bei Kidod (nördlich von Arad) zu den chemischen Werken von Sodom und nach Oron. Fast der gesamte israelische Außenhandel wird über die Mittelmeerhäfen Haifa und Ashdod sowie Elat am Roten Meer abgewickelt. Auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv-Jaffa wurden 1991 etwa 3,5 Mio. Passagiere gezählt. Den inländischen Luftverkehr bedient die Gesellschaft Arkia, internationale Verbindungen die nationale Fluggesellschaft El Al.
 
 
Am 15. 5. 1948 erlosch das britische Mandat über Palästina. Unter Berufung auf den Teilungsbeschluss der UNO vom 29. 11. 1947, durch den Israel 15 100 km2 (56,5 % der Gesamtfläche) und das vorgesehene arabische Palästina 11 600 km2 (42,9 %) umfasst hätten sowie für Jerusalem (176 km2) ein internationaler Sonderstatus geschaffen worden wäre, rief D. Ben Gurion im Auftrag des »Jüdischen Nationalrats« in Palästina am 14. 5. 1948 (Ijär 5) in Tel Aviv den unabhängigen Staat Israel aus. Unmittelbar nach dem Abzug der britischen Truppen am 15. 5. 1948 versuchten arabische Streitkräfte aus Ägypten, Transjordanien, Syrien, Libanon und Irak, die Teilung Palästinas und das Entstehen Israels zu verhindern, indem sie nach Palästina eindrangen; damit eskalierte die Palästinafrage zum Nahostkonflikt. In diesem 1. israelisch-arabischen Krieg (aus israelischer Sicht »Unabhängigkeitskrieg«) gewann Israel eine erhebliche Landfläche, v. a. das westliche Jerusalem und Galiläa, hinzu. Die bilateralen Waffenstillstandsabkommen von 1949 bestätigten die Ausdehnung Israels über den UNO-Teilungsplan hinaus auf 20 700 km2. Am 11. 5. 1949 wurde Israel in die UNO aufgenommen. Während des Krieges waren zwischen 600 000 und 1 Mio. arabische Einwohner aus Israel geflohen oder vertrieben worden. Diejenigen Araber, die im Lande blieben und vorwiegend in Galiläa lebten, wurden zwischen 1950 und 1965 einer israelischen Militärregierung unterstellt. Obwohl die UNO in ihrer »Resolution 194« vom 11. 12. 1948 den Flüchtlingen ein Rückkehrrecht zugesprochen hatte, weigert sich Israel bis heute, dieses anzuerkennen. Hingegen hat die Knesset schon am 5. 7. 1950 ein »Gesetz der Rückkehr« beschlossen, das jedem Juden das Recht, nach Israel einzuwandern, zusichert.
 
Bei den Wahlen im Januar 1949 siegte die sozialdemokratische »Mapai« und wurde stärkste politische Gruppe in der Knesset (erstmals zusammengetreten am 4. 2. 1949; nach dem 1. Grundgesetz vom 12. 2. 1958 oberste staatliche Autorität); diese bestimmte Jerusalem zum Sitz der Regierung (ab 1. 1. 1950). Von 1948 bis 2000 stellte die (Israelische) Arbeitspartei auch alle Staatspräsidenten (C. Weizmann, I. Ben Zwi, S. Schasar, I. Navon, E. Katzir [ihr Kandidat], C. Herzog, E. Weizman; erst 2000 wurde erstmals ein Kandidat des Likud gewählt (M. Katsav). Bis 1977 stellte die »Mapai« die Regierung (zum Teil in Koalitionen mit kleineren Parteien): 1949 unter Ben Gurion, 1953 M. Scharett, 1955 erneut Ben Gurion, 1963 L. Eschkol. Stärkste Oppositionspartei in den 50er- und beginnenden 60er-Jahren war die rechtsgerichtete »Cherut« (Vorsitzender M. Begin).
 
Israel hatte in den israelisch-arabischen Kriegen (1948/49, 1956, 1967, 1973 und 1982) eine schwierige Ausgangslage, da sämtliche arabische Nachbarstaaten sein Existenzrecht bestritten und seine Lebensfähigkeit zu schwächen suchten. Diese Situation verschärfte sich noch nach der ägyptischen Revolution unter G. Abd el-Nasser (1952/54) und veranlasste Israel in der Suezkrise 1956 in enger militärischer Zusammenarbeit mit Frankreich und Großbritannien, den Krieg gegen Ägypten zu eröffnen und zeitweilig die Sinaihalbinsel und den Gazastreifen zu besetzen. Durch Druck der USA und der Sowjetunion war es aber gezwungen, sich wieder zurückzuziehen. Im Sechstagekrieg (5.-10. 6. 1967) besetzte Israel nach dem Sieg über Ägypten, Jordanien und Syrien das Westjordanland (die »Westbank«; von Israel »Judäa und Samaria« genannt), den Gazastreifen (bis 8. 6.), die Golanhöhen (9./10. 6.) und den Ostteil von Jerusalem (mit der Altstadt und den arabischen Vororten) sowie erneut die Sinaihalbinsel. Israel wurde vom UN-Sicherheitsrat in der Resolution 242 aufgefordert, die eroberten Gebiete zurückzugeben, weigerte sich aber, dieser Forderung nachzukommen. Ost-Jerusalem wurde (gesetzlich 1980) Israel angegliedert und ganz Jerusalem zur Hauptstadt erklärt. Minister Y. Allon legte am 26. 6. 1967 einen Plan vor, der entlang dem Jordan die Errichtung eines Gürtels strategischer Siedlungen zur Sicherung des Westjordanlandes gegenüber Jordanien vorsah. Er diente in den folgenden Jahren der Regierung als Leitlinie für den Bau jüdischer Siedlungen im besetzten Gebiet. Die palästinensischen Befreiungsbewegungen (v. a. die Palästinensische Befreiungsorganisation, PLO) und ihre Fedajin begannen im September 1967 von den arabischen Nachbarstaaten aus ihre terroristischen, von der Guerillataktik bestimmten Aktionen, die Israel mit gezielten Gegenschlägen beantwortete. Die UdSSR und die anderen kommunistischen Staaten (außer Rumänien) brachen nach dem Sechstagekrieg und dem Jom-Kippur-Krieg die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab; erst ab 1989/90 nahmen viele von ihnen, u. a. im Oktober 1991 die UdSSR, die diplomatischen Beziehungen zu Israel wieder auf. Ausgedehnte Hilfe (Waffen, Geld) und diplomatische Unterstützung erhielt Israel von den USA.
 
1965 spaltete sich die »Rafi« unter Ben Gurion und M. Dayan von der »Mapai« ab, »Cherut« und die »Liberale Partei« schlossen sich zur »Gahal«, 1967 die »Mapai«, »Achdut Haavoda« und »Rafi« zum »Arbeiterblock« (»Maarach«) zusammen. Unmittelbar vor dem Sechstagekrieg bildete L. Eschkol am 2. 6. 1967 unter Einschluss fast aller Oppositionsparteien ein Kabinett der »Nationalen Konzentration«; 1969 wurde Golda Meir Ministerpräsidentin. Nach dem Zerfall der Regierung der »Nationalen Konzentration« (1970) bildeten G. Meir und I. Rabin (Ministerpräsident 1974-77) Koalitionsregierungen des »Maarach« mit kleineren Parteien. 1973 ging aus der »Gahal« der »Likud-Block« hervor.
 
Im »Jom-Kippur-Krieg« (auch 4. israelisch-arabischer Krieg, 6.-22./25. 10. 1973) konnten Ägypten und Syrien zunächst die israelische Feiertagsruhe für ihrenVorstoß nutzen; im Laufe des Krieges gelang es jedoch den israelischen Truppen zum Teil bis über den Suezkanal vorzudringen und weitere Teile der Golanhöhen zu erobern. Der letztlich unentschiedene Ausgang des »Jom-Kippur-Krieges« zerstörte den Mythos der israelischen Unbesiegbarkeit und stärkte das arabische Selbstbewusstsein. Im Vertrag mit Ägypten vom 18. 1. 1974 gab Israel einen Streifen am Suezkanal, im Abkommen mit Syrien vom 31. 5. das Gebiet um Kuneitra auf den Golanhöhen zurück. Guerilla-Aktionen der PLO suchte Israel durch militärische Kommandounternehmen gegen palästinensischen Basen (besonders in Libanon) entgegenzuwirken. Nach den Wahlen vom 17. 5. 1977 übernahm erstmals der konservative Likud-Block die Regierung (Ministerpräsident bis 1983 M. Begin, dann Y. Schamir). Unter dieser Regierung wurde die Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten intensiviert.
 
Zu einer partiellen Wende im arabisch-israelischen Verhältnis kam es infolge des Besuchs des ägyptischen Staatspräsidenten M. A. as-Sadat in Israel am 19./20. 11. 1977 und seiner Rede vor der Knesset. Diese Rede leitete intensive israelisch-ägyptische Verhandlungen ein, die - über die Verträge von Camp David (17. 9. 1978) - am 26. 3. 1979 in einen separaten Friedensvertrag mündeten. Diesen konnte der konservative Begin innenpolitisch durchsetzen, weil er keine Opposition durch die Arbeitspartei fürchten musste, während eine linke Regierung mit einem solchen Vertrag am Widerstand der Konservativen gescheitert wäre. Verhandlungen über eine Autonomie der palästinensischen Araber wurden im April 1980 abgebrochen. Bis April 1982 gab Israel die Sinaihalbinsel vollständig an Ägypten zurück (Taba erst im Februar 1989). Im Libanonfeldzug (Juni 1982), in dem Israel Libanon als palästinensische Angriffsbasis auszuschalten suchte (erzwungener Abzug der PLO), zerbrach in Israel der nationale Konsens über die Sicherheitspolitik (Entstehung der »Frieden-Jetzt«-Bewegung).
 
Auch die Besiedlung in den besetzten Gebieten begegnete zunehmend innenpolitische Kritik. Die vorgezogenen Parlamentswahlen am 23. 7. 1984 führten zur großen Koalition von Likud-Block und Israelischer Arbeitspartei, zunächst unter S. Peres (Arbeitspartei, September 1984 bis Oktober 1986), danach unter Y. Schamir (Likud). Aus den am 8. 12. 1987 im Gazastreifen begonnenen schweren Ausschreitungen, die sich dann über das Westjordanland und Ost-Jerusalem ausbreiten, entwickelte sich die Intifada, mit der die Palästinenser die israelische Besatzungsmacht abschütteln wollen. Am 15. 11. 1988 proklamierte der Palästinensische Nationalrat der PLO in Algier den Staat Palästina und erkannte erstmals indirekt das Existenzrecht Israels an. Dies verlieh der PLO internationale Reputation, sodass auch die USA zu der Auffassung gelangten, Israel müsse die PLO an Friedensgesprächen beteiligen. Über dieser Frage zerbrach schließlich die nach den Wahlen am 1. 11. 1988 unter Likud-Führung fortgesetzte große Koalition im März 1990. Die im Juni 1990 vom Likud-Block und religiösen Parteien gebildete Regierung unter Schamir betonte ihre Ablehnung von Verhandlungen mit der PLO und bekräftigte den weiteren Ausbau des Siedlungsprogramms in den besetzten Gebieten. Wohnungsbauminister A. Scharon legte mit Blick auf die erwartete Zuwanderungswelle aus der Sowjetunion ein Notprogramm für die Unterbringung von Neuankömmlingen in den besetzten Gebieten auf.
 
Schon ab 1989 war die Zahl der Einwanderer aus Ost- und Südosteuropa sprunghaft angestiegen. 1,3 Mio. Juden aus der Sowjetunion hatten um diese Zeit Ausreiseanträge gestellt. Im Verlauf der 1990er-Jahre wanderten nahezu eine Million Menschen nach Israel ein, darunter zahlreiche Familien, die nur teilweise dem Judentum zuzurechnen sind, woraus sich erhebliche Integrationsprobleme ergeben. Ihre Ansiedlung erfolgte vorrangig im Westjordanland und im Negev (Beerscheba). Im 2. Golfkrieg (Januar/Februar 1991) suchte Irak Israel in diesen Krieg hineinzuziehen und damit die antiirakische Front unter den arabischen Staaten zu spalten. Irak griff den jüdischen Staat mit Scud-Raketen an; auf Drängen der USA verzichtete Israel auf eigene militärische Gegenmaßnahmen. Dies begünstigte nach dem Ende des Krieges ein Klima, in dem erstmals israelisch-arabische Friedensverhandlungen möglich wurden. Diese begannen am 30. 10. 1991 in Madrid und wurden danach in Washington fortgesetzt. Dabei bestand Israel jedoch darauf, dass die Palästinenser Teil der jordanischen Delegation waren. Unbeschadet der starken internationalen Kritik setzte Israel seine Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten während der Konferenzdauer fort, was zu deren Stagnation führte. Nach den Parlamentswahlen vom 23. 6. 1992 übernahm die in »Avoda« umbenannte Israelische Arbeitspartei die Regierungsverantwortung; Ministerpräsident I. Rabin (ab 13. 7. 1992) verkündete eine Änderung der Siedlungspolitik unter dem Gedanken »Land für Frieden«: Eine große Zahl von staatlich finanzierten Bauvorhaben und geplanten Industrieprojekten sollte eingestellt, über 10 000 im Bau befindliche Häuser aber fertig gestellt werden. Vom Siedlungsstopp ausgenommen wurden strategisch wichtige Gebiete in der Region um Jerusalem, im Jordantal und auf den Golanhöhen. Am 24. 3. 1993 wählte die Knesset E. Weizman zum Staatspräsidenten (Wiederwahl 1998; Rücktritt 2000). Nachdem die Knesset am 20. 1. 1993 das Verbot jeglichen Kontaktes zur PLO aufgehoben und so Direktverhandlungen mit der Führung der PLO legalisiert hatte, kam es am 13. 9. 1993, nach Geheimverhandlungen unter norwegischer Vermittlung in Oslo, zu einem Grundsatzabkommen über die vorläufige palästinensische Teilautonomie (Gaza-Jericho-Abkommen; unterzeichnet vom israelischen Außenminister Peres und Mahmud Abbas, Exekutivmitglied der PLO, in Washington, am 23. 9. 1993 vom israelischen Parlament mit 61 von 120 Stimmen angenommen). Darin erkannte die PLO das Existenzrecht Israels und Israel die PLO als rechtmäßige Vertreterin des palästinensischen Volkes an. Damit erreichten beide Seiten eine neue Stufe ihrer Beziehungen, die sie 1994/95 durch weitere Abkommen zu präzisieren und zu konkretisieren suchten (Friedensnobelpreis für Rabin, Peres und Arafat 1994). Radikale Gegner eines israelisch-palästinensischen Ausgleichs auf beiden Seiten suchten danach wiederholt durch schwere Attentate (1994-96) den »Osloer« Friedensprozess zu stören. Am 26. 10. 1994 schloss Israel einen Friedensvertrag mit Jordanien. Nach der Ermordung von Ministerpräsident Rabin (4. 11. 1995) durch einen israelischen Extremisten wurde der fragile Friedensprozess unter seinem Nachfolger Peres trotz militärischen Vorgehens gegen die Hizbollah in Südlibanon (April 1996) fortgeführt. Er kam aber nach der Direktwahl, nach der Wahlrechtsreform vom März 1992 erstmals ermöglicht, von B. Netanjahu (Likud-Block) zum Ministerpräsidenten am 29. 5. 1996 mit knapper Mehrheit bald zum Stillstand. Seine Regierung, gebildet im Juni 1996 als Koalition des Likud mit vier rechten und religiösen Parteien, suchte die israelisch-palästinensischen Vereinbarungen zu modifizieren und nahm besonders die Siedlungspolitik in den Autonomiegebieten wieder auf (besonders umstritten: »Har Homa« in Ost-Jerusalem; 1997). Nach zähen Verhandlungen wurde im Hebron-Abkommen (Anfang 1997) ein weiterer Teilabzug vereinbart. Die Stadt Hebron mit heiligen Stätten sowohl er orthodoxen Juden wie der Muslime sollte danach aufgeteilt werden in eine H-1-Zone, in der circa 100 000 Palästinenser wohnen und autonom leben können sollen, und in eine H-2-Zone, in der 20 000 Palästinenser leben, jedoch für 450 dort ebenfalls wohnende jüdische Siedler der israelische Militärschutz fortbesteht. Am 23. 10. 1998 schlossen Netanjahu und Arafat unter amerikanischem Druck in Wye-Plantation das 1. Wye-Abkommen ab; dessen Kernpunkte waren der Rückzug israelischer Truppen aus weiteren 13,1 % der besetzten Gebiete, eine Verminderung der palästinensischen Polizeitruppe von 40 000 auf 30 000 Mann unter amerikanischer Kontrolle, Sicherheitsgarantien der Palästinenser für Israel durch die Streichung der israelfeindlichen Passagen in der Charta der PLO sowie die Schaffung von zwei Straßenverbindungen zwischen dem Gazastreifen und Israel für einen ungehinderten Personen- und Warenverkehr und die Eröffnung des schon länger fertig gestellten internationalen Flughafens im Gazastreifen. Dieses Abkommen wurde jedoch während der Amtszeit Netanjahus nicht mehr umgesetzt.
 
Nach den (vorgezogenen) Wahlen vom 17. 5. 1999 übernahm E. Barak (Israelische Arbeitspartei, im Wahlbündnis »Ein Israel«) im Juli die Regierung in einer breiten, aber im Kern eher fragilen Mehrparteienkoalition (aus Schas-Partei, Zentrumspartei, Meretz-Fraktion, Israel Ba-Alija, Nationalreligiöser Partei sowie der Vereinigten Thora-Liste), die bei ihrer Bildung über 75 der 120 Knesset-Mandate verfügte. Diese neue Regierung stellte sich zunächst die Aufgabe, den Friedensprozess im Sinn von Rabin und Peres (ab 1999 Minister für regionale Kooperation) fortzusetzen. So wurden 1999 die unter Netanjahu nicht zustande gekommenen Endstatusverhandlungen mit den Palästinensern sowie Verhandlungen zu einem Friedensvertrag mit Syrien begonnen, Letztere wurden allerdings schon im Januar 2000 ergebnislos abgebrochen. Denn den von Syrien als Vorbedingung geforderten vollständigen Rückzug von den Golanhöhen lehnte Israel weiterhin ab. Im Mai 2000 erfolgte ohne ein Friedensabkommen der Anfang März erst für den Sommer angekündigte vollständige Abzug der israelischen Truppen aus Südlibanon (ehemalige Sicherheitszone); trotzdem strebte Israel zunächst weiterhin ein Friedensabkommen mit Libanon und Syrien unter eventueller Reaktivierung des Waffenstillstandsabkommens von 1949 an.
 
Nachdem die Endstatusverhandlungen mehr als ein halbes Jahr lang stagnierten, lud der US-amerikanische Präsident B. Clinton im Juli 2000 in Camp David zu Verhandlungen über eine umfassende israelisch-palästinensische Friedensvereinbarung, die jedoch v. a. an der Unvereinbarkeit der Positionen in der Frage des künftigen Status von Jerusalem sowie des künftigen Staatsgebietes von Palästina und seiner Grenzen, des Fortbestandes von israelischen Siedlungen und der Nichtanerkennung eines Rückkehrrechtes für Flüchtlinge scheiterten. Von den geheimen Verhandlungen wurde durch Indiskretion berichtet, Barak habe Arafat etwa 90 % des Westjordanlandes zurückgeben wollen. Allerdings wäre dies kein in sich geschlossenes Gebiet gewesen, es hätte nicht direkt bis an den Jordan gereicht, sondern wäre faktisch weiterhin von Israel umschlossen gewesen und hätte auch noch israelische Militärstützpunkte enthalten. Auch wären nur Teile von Ost-Jerusalem an Palästina übergeben worden. Daher lehnte Arafat dieses Angebot ab, zumal Barak auch in Camp David nicht bereit war, ein Rückkehrrecht der Flüchtlinge zu akzeptieren, was den nach zionistischem Verständnis für Israel existenziell wichtigen jüdischen Charakter dieses Staates infrage gestellt hätte. Barak wäre nur bereit gewesen, für einige Tausend der inzwischen mit ihren Nachkommen etwa 4 Mio. Flüchtlinge aus humanitären Gründen eine Einreise zuzulassen. Präsident Clinton hatte in dieser Frage dadurch einen Kompromiss zu erreichen versucht, dass es einen internationalen Fonds für Entschädigungszahlungen geben sollte.
 
Wegen seiner in Umrissen vorher bekannten Bereitschaft zu zu weit gehenden Konzessionen an die Palästinenser hatte Barak indes schon im Vorfeld der Camp-David-Verhandlungen, Anfang Juli 2000, seine parlamentarische Mehrheit verloren (Austritt der drei Parteien Israel Ba-Alija, Nationalreligiöse Partei und Schas aus der Koalition). Anfang August traten auch Außenminister D. Levy und seine 1995 gegründete Partei »Gescher« - aus Enttäuschung darüber, dass er bei den Camp-David-Verhandlungen übergangen worden war - aus der Koalition aus, wonach Barak nur noch über 30 von 120 Stimmen verfügte. Da das zu dieser Zeit geltende Wahlgesetz für den alleinigen Sturz des Ministerpräsidenten eine Zweidrittelmehrheit erforderte, während bei einem Misstrauensvotum durch die einfache Mehrheit gleichzeitig Neuwahlen der Knesset hätten ausgeschrieben werden müssen, konnte Barak noch eine Weile im Amt bleiben und versuchen, eine neue Mehrheit unter Einschluss des Likud zu bilden, dessen Führer A. Scharon sich ihm jedoch verweigerte. Dessen demonstrativer Besuch des Tempelberges in Jerusalem am 28. 9. 2000 in Begleitung von 1 000 Polizisten löste lang währende palästinensische Unruhen aus (»Al-Aksa-« oder »zweite Intifada«), in die in der Anfangsphase erstmals auch israelische Araber einbezogen waren. Nachdem am 2. 10. 2000 13 von ihnen von der israelischen Polizei erschossen wurden, verlor Barak auch die informelle außerkoalitionäre Unterstützung durch die arabischen Parteien. Scharon wollte mit seinem Besuch seinen eigenen Worten zufolge mit allen Mitteln gegen die Teilung Jerusalems protestieren, denn hierzu schien Barak inzwischen bereit. Die bei Vermittlungsbemühungen von US-Präsident Clinton im Oktober 2000 vereinbarte internationale Untersuchungskommission zu den Hintergründen der Intifada unter Leitung des ehemaligen US-amerikanischen Senators George Mitchell (»Mitchell-Kommission«; Mitglied u. a. auch der Hohe Repräsentant für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, J. Solana) kam in ihrem Bericht zu dem Ergebnis: »Der Besuch Scharons hat nicht die Al-Aksa-Intifada verursacht. Aber er fand zu einem falschen Zeitpunkt statt und der provokative Effekt war vorhersehbar; in der Tat wurde er von denen vorhergesehen, die darauf drängten, den Besuch zu verbieten. Bedeutsamer waren die folgenden Ereignisse: die Entscheidung der israelischen Polizei am 29. September, tödliche Mittel gegen palästinensische Demonstranten einzusetzen, und das. .. Versäumnis beider Seiten, Zurückhaltung zu üben.« - Überraschend war am 31. 7. 2000 nicht S. Peres, sondern M. Katsav (Likud) zum Nachfolger des zurückgetretenen Staatspräsidenten Weizman gewählt worden.
 
Am 10. 12. 2000 reichte Barak zur Erzwingung von alleinigen Neuwahlen für das Amt des Ministerpräsidenten seinen Rücktritt ein. Er wurde noch am selben Tag von seiner Partei erneut zum Kandidaten für diese Wahl nominiert. Bis zu den Wahlen, die für den 6. 2. 2001 festgesetzt wurden, amtierte er weiter und bemühte sich um den Abschluss eines Rahmenabkommens mit den Palästinensern. Bei mehrtägigen Gesprächen in Taba wurde an den Verhandlungsstand von Camp David angeknüpft. Als die Gespräche wegen der Endphase des Wahlkampfes unterbrochen wurden, erklärten beide Seiten, sie hätten sich einander angenähert wie nie zuvor. Doch zu einem Abschluss kam es nach der Wahl nicht mehr, weil der Kandidat des Likud, Scharon, die Wahl überlegen gewann; die meisten arabischen Israelis, die traditionell Kandidaten der Arbeitspartei unterstützen, waren der Wahl ferngeblieben. Bei der Amtsübergabe am 7. 3. 2001 erklärte Barak alle Absprachen von Camp David und Taba für »null und nichtig«, um Scharon freie Hand zu lassen. Dieser bildete eine Regierung der nationalen Einheit unter Beteiligung der Arbeitspartei mit S. Peres als Außenminister und unter Einbeziehung der religiösen und rechten Parteien, die mit einer Mehrheit von 78 von insgesamt 120 Mandaten antrat. Am selben Tag wurde das Wahlgesetz dahingehend geändert, dass es keine Direktwahl des Ministerpräsidenten mehr geben wird und dessen Sturz nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum möglich ist.
 
Scharon kündigte an, keine neuen Endstatusverhandlungen führen, sondern nur über ein neues Interimsabkommen mit den Palästinensern sprechen zu wollen. Eine persönliche Begegnung mit Arafat lehnte er ab. Oberstes Gebot stellt für ihn das Sicherheitsinteresse Israels dar. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen eskalierten 2001 und nach einer Phase relativer Ruhe ab November erneut im Frühjahr 2002, sodass bis Juni 2002 insgesamt etwa 2 000 Tote, überwiegend auf palästinensischer Seite, zu beklagen sind. In dem extrem asymmetrischen Kleinkrieg kommt es von palästinensischer neben Übergriffen auf israelische Siedlungen und Siedler in den besetzten Gebieten im israelischen Kernland immer wieder zu teilweise sehr folgenschweren Selbstmordattentaten, zu denen sich bis weit in das Jahr 2001 nur Angehörige der islamistischen Hamas oder des Djihad Islami bekannten. Von israelischer Seite werden v. a. gezielte Angriffe auf palästinensische Polizeistationen und andere Einrichtungen der Autonomiebehörde bis hin zur Zerstörung von Arafats Hubschraubern und zur Unbrauchbarmachung der Rollbahn des internationalen Flughafens im Gazastreifen vorgenommen sowie menschenrechtswidrige präventive »Liquidierungen« von Personen, die des Terrorismus verdächtigt werden.
 
Der mit dem Bericht der Mitchell-Kommission vorgelegte und von beiden Seiten akzeptierte Dreistufenplan zur Rückkehr zum Friedensprozess sieht vor, dass nach Beginn der Waffenruhe eine Phase der vertrauensbildenden Maßnahmen einsetzt, die dann zur Neuauflage von Verhandlungen führt. Doch schon vor dem Beginn der zweiten Intifada - seither verstärkt - war auf beiden Seiten ein Verhaltensmuster erkennbar, das diesen Plan durchkreuzt. Immer dann, wenn von offizieller Seite versucht wird, die Gewalt zu vermindern, kommt es entweder von radikalen Palästinensergruppen oder von extremistischen israelischen Siedlern zu Übergriffen auf die andere Seite, die binnen kürzester Frist zu einer neuen Eskalation führen. Da Scharon nur bereit ist, zu vertrauensbildenden Maßnahmen überzugehen, wenn auf palästinensischer Seite eine Waffenruhe von wenigstens sieben Tagen eingehalten worden ist, konnte in den 16 Monaten seit Vorlage des Plans trotz zahlreicher internationaler Vermittlungsversuche die zweite Phase noch nicht erreicht werden. Selbst die US-amerikanischen Bemühungen nach den Terroranschlägen auf New York und das Pentagon vom 11. 9. 2001, eine internationale Allianz gegen den Terror unter Beteiligung Arafats aufzubauen - der sich auch dazu bereit erklärte, allerdings nur zögerlich konkrete Schritte auf diesem Gebiet unternahm -, verminderten nicht das Gewaltniveau. Denn gerade als eine gewisse Abkühlung eingetreten war, wurde der israelische Tourismusminister R. Zeevi am 17. 10. 2001 ermordet. Zu der Tat bekannte sich die PFLP, woraufhin Israel seine Militäraktionen ausdehnte und alle autonomen Städte des Westjordanlandes umzingelte und zeitweilig auch mit Panzern in sie hineinfuhr. Derartige Aktionen wiederholten sich mehrfach, wobei einige Städte wochenlang besetzt blieben und in den Autonomiegebieten bestehende Flüchtlingslager, insbesondere bei Jenin, zerstört wurden. Erst nachdem Anfang Dezember 2001 innerhalb von 24 Stunden 25 Israelis bei Anschlägen starben, zu denen sich Hamas und Djihad Islami bekannten, verbot Arafat die beiden Organisationen, ohne aber deren nach israelischem Verständnis führende Terroristen festzunehmen. Auch zu der von Israel verlangten Auslieferung der namentlich bekannten Mörder Zeevis kam es nicht. Daraufhin erklärte Scharon Arafat am 13. 12. 2001 für »nicht mehr relevant« und setzte ihn in seiner Residenz in Ramallah unter Hausarrest, der erst am 11. 3. 2002 teilweise und Anfang April 2002 ganz aufgehoben wurde, obwohl schon am 21. 2. die mutmaßlichen Mörder Zeevis von palästinensischen Sicherheitskräften verhaftet worden waren. Am 18. 1. 2002 zerstörte Israel den palästinensischen Hörfunk- und Fernsehsender mit der Begründung, dass dieser seit Beginn der Intifada gegen Israel gehetzt habe. Die EU protestierte am 28. 1. 2002 offiziell gegen die Zerstörung von mit EU-Geldern finanzierten Projekten und bekräftigte, dass Arafat ihr Ansprechpartner bleibe.
 
Durch das harte Vorgehen gegen die palästinensische Autonomiebehörde und insbesondere ihren Präsidenten Arafat kam es im Frühjahr 2002 zur weiteren Verhärtung des Konflikts. Er war auf palästinensischer Seite durch eine ganze Serie von Selbstmordattentaten gekennzeichnet, an denen sich in zunehmender Zahl auch Kämpfer der Arafats Fatah nahe stehenden Al-Aksa-Brigaden und erstmals auch Frauen beteiligten. Auf israelischer Seite wurden die Militäraktionen fortgesetzt, wobei ab dem 12. 3. fast alle großen Städte in den Autonomiegebieten über Wochen hinweg besetzt und nach mutmaßlichen Terroristen durchsucht wurden. Da mehrere Selbstmordattentäter aus dem Flüchtlingslager von Jenin stammten, wurde der dortige palästinensische »Widerstand« brutal zerschlagen. Parallel zum Vorgehen gegen Widerstandskämpfer wurden aber auch die Autonomiestrukturen zerstört. Am 12. 5. 2002 wurde auf einem Parteitag des Likud Ministerpräsident Scharon von Anhängern Netanjahus überstimmt, der einen Antrag eingebracht hatte, dass es zu keiner Anerkennung Palästinas kommen dürfe. Um die israelische Grenze für Terroristen unüberwindbar zu machen, wurde Ende Mai 2002 damit begonnen, das Autonomiegebiet im Westjordanland mit einem elektronisch gesicherten Zaun zu umgeben, wie er schon länger den Gazastreifen umgibt.
 
Der am 25. 2. 2002 veröffentlichte Friedensplan des saudi-arabischen Kronprinzen Abdallah, dem zufolge Israel sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen und im Gegenzug von den arabischen Ländern diplomatisch anerkannt werden und Sicherheitsgarantien erhalten sollte, stieß in Teilen der israelischen Regierung auf ein positives Echo. Er scheiterte aber letztlich an Scharon - ebenso wie die »historische« Resolution des UN-Sicherheitsrates vom 13. 3. 2002, in der erstmals die USA der Formulierung »einer Region, in der zwei Staaten, Israel und Palästina, Seite an Seite in gesicherten und anerkannten Grenzen leben«, zugestimmt hatten. Auch eine im April gemeinsam von den USA, Russland, der EU und der UNO gestartete Vermittlungsinitiative um die Einberufung einer internationalen Nahostkonferenz blieb ergebnislos. Während die palästinensische Autonomiebehörde sich sofort bedingungslos zu diesen Verhandlungen bereit erklärte, machte die israelische Regierung ihre Zustimmung von einem entschiedeneren Vorgehen Arafats gegen die Terroristen abhängig. Am 24. 6. 2002 nannte US-Präsident Bush in einer Rede Bedingungen für die Anerkennung eines »vorläufigen« Palästinenserstaates. Seiner Vision folgte am 27. 6. auch der »G 8«-Gipfel, indem er von Arafat abrückte.
 
Die eskalierende Gewalt demonstrierte das Unvermögen beider Seiten, substanzielle Fortschritte im Lösen der immer wieder vertagten und bis zum Schluss ausgeklammerten schwierigen Fragen, den palästinensischen Kernproblemen, zu erreichen: der Frage der palästinensischen Staatlichkeit, einschließlich der Grenzfestlegung, des Rückkehrrechts der Flüchtlinge sowie der Zukunft der in etwa 200 Siedlungen lebenden mehr als 200 000 israelischen Siedler im Gazastreifen und im Westjordanland. Ende Juni 2002 ließ Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer erstmals elf illegale Siedlungen räumen.
 
 
Allgemeines:
 
S. N. Eisenstadt: Die israel. Gesellschaft (a. d. Engl., 1973);
 K. Schneider: Religion in I. (1976);
 F. Ansprenger: Juden u. Araber in einem Land (1978);
 W. Richter: I. u. seine Nachbarräume. Ländl. Siedlungen u. Landnutzung seit dem 19. Jh. (1979);
 W. Richter: Jüd. Agrarkolonisation in Südpalästina (Südisrael) im 20. Jh. (1980);
 H. J. Roman: I. Reiseführer mit Landeskunde (1982);
 
Atlas of I. (Tel Aviv 31985);
 Y. Karmon: I. Eine geograph. Landeskunde (21994).
 
Geschichte und aktuelle Entwicklung:
 
S. Oettinger: Ägypten u. I. Gesch. einer viertausendjährigen Beziehung (1980);
 
M. Aumann: Gesch. I.s (1985);
 
M. Krupp: Zionismus u. Staat I. (21985);
 
S. N. Eisenstadt: Die Transformation der israel. Gesellschaft (a. d. Engl., 1987);
 
Y. Melman: Knesseth u. Kibbuz. Die Gesch. des Staates I. (a. d. Engl., 1993);
 
B. Morris: I.'s border wars 1949-1956 (Oxford 1993);
 
J. Glasneck u. A. Timm: I. Die Gesch. des Staates seit seiner Gründung (21994);
 
M. Metzger: Grundriß der Gesch. I.s (91994);
 
M. Wolffsohn u. D. Bokovoy: I. Gesch., Politik, Gesellschaft, Wirtschaft (1882-1996) (51996);
 
M. Wolffsohn: Die ungeliebten Juden. I. - Legenden u. Gesch. (1998);
 
R. Bernstein: Der verborgene Frieden. Politik u. Religion im Nahen Osten (2000);
 
Berthold Meyer: Aus der Traum? Das Scheitern des Nahost-Friedensprozesses u. seine innenpolit. Hintergründe (2001);
 
L. Watzal: Feinde des Friedens. Der endlose Konflikt zw. I. u. den Palästinensern (2001).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
Israel: Der Staat Israel und der Nahostkonflikt
 

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Ịs|ra|el [...ae:l, auch: ...aɛl]; -s [lat. Israel < griech. Israe̅́l < hebr. Yiśrạ'el; Beiname des Erzvaters Jakob im A. T.]: 1. Volk der Juden im Alten Testament: das Volk I.; die Kinder Israel[s] (die Israeliten als Nachkommen des Erzvaters Jakob); Gott, erlöse I. (auch Ü; die Gläubigen) aus aller seiner Not (Psalm 25, 22); der Auszug der Kinder I. (auch Ü; scherzh.; der auffallende [demonstrative] Weggang einer [größeren] Gruppe). 2. Staat in Vorderasien.

Universal-Lexikon. 2012.

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